Ölheizung auf Gasheizung umrüsten  

Von Öl auf Gas umrüsten – Lohnt es sich?

Die Ölheizung gehört zu den meist verbauten Heizsystemen in Deutschland. Insbesondere alte Ölheizungen gelten jedoch aufgrund ihrer überholten Technik und mangelhaften Umweltbilanz als besonders umweltschädlich. Verantwortlich hierfür ist in erster Linie der bei der Verbrennung des Heizöls freigesetzte Schadstoffausstoß. Daher sollten Ölheizungen von Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern sowie Vermieterinnen und Vermietern im Laufe der nächsten Jahre ausgetauscht werden.

Welche Möglichkeiten Sie haben, um Ihre alte Ölheizung umzurüsten und von welchen staatlichen Förderungen und Vorteilen sie profitieren können, haben wir in unserem Ratgeber für Sie zusammengefasst.

Kann man eine Ölheizungen auf Gas umrüsten?


  • Ja, man kann eine Ölheizung auf Gas umrüsten. Wer sich für die Umrüstung einer alten Ölheizung entscheiden, profitiert nicht nur von staatlichen Förderprogrammen und einer besseren Energieeffizienz, sondern spart auch zusätzliche Heizkosten ein.
  • Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, eine Heizung umzurüsten. Wer eine Ölheizung auf eine Gasheizung umrüstet, wechselt meist von Heizöl zu Gas oder Erdgas und benötigt dementsprechend einen Gasanschluss oder Tank für Flüssiggas.

Gibt es eine Austauschpflicht für Ölheizungen?

Ein generelles Verbot von Ölheizungen besteht in Deutschland zwar nicht – der Einbau von neuen Ölkesseln ist ab 2026 allerdings nicht mehr erlaubt. Eine generelle Austauschpflicht von Ölheizungen wird in Deutschland schon seit langer Zeit diskutiert und teilweise umgesetzt.

Rund die Hälfte aller Öl- und Gasheizungen in Deutschland sind älter als 15 bis 20 Jahre und somit nicht nur von der heutigen Technik überholt, sondern gelten zudem aufgrund ihres Energieverbrauchs sowie ihrer hohen Schadstoffemission als besonders umweltschädlich. Um die Ressourcen fossiler Brennstoffe nachhaltig zu schonen, sollten demnach alte Ölheizungen umgerüstet und durch energiesparendere Heizsysteme ausgetauscht werden.

Vorteile bei der Umrüstung einer Öl- auf eine Gasheizung

Nicht ohne Grund gelten Gasheizungen als die in Deutschland am weitesten verbreiteten Heizsysteme. Dies ist jedoch nicht nur auf die geringe Umweltbelastung sowie die Anschaffungs- und Betriebskosten zurückzuführen. Von diesen Vorteilen können Sie profitieren, wenn Sie Ihre Heizung zu einer Gasheizung umrüsten:

  • Staatliche Förderungen
  • Hohe Betriebssicherheit aufgrund zuverlässiger und ausgereifter Technik
  • Einfach und frei kombinierbar mit erneuerbaren Energien
  • Geringe Anschaffungs- und Heizkosten
  • Versorgungssicherheit
  • Keine Notwendigkeit eines Öltanks für Heizöl
  • Platzsparend und beliebig aufstellbar
  • Umweltfreundlichkeit
  • Bereitstellung von Warmwasser

Welche Kosten entstehen bei der Umrüstung von Öl auf Gas?

Münzen symbolisieren die Kosten, um eine Ölheizung umzurüsten.

Eine Heizung von Öl auf Gas umzurüsten ist meist mit Kosten in Höhe von 6.000 bis 10.000 Euro verbunden. Ausschlaggebend hierfür sind neben dem Preis für die neue Gasheizung die zusätzlichen Kosten für die Erstellung des Gasanschlusses. 

Die Kosten für die Umrüstung von Öl auf Gas können ganz unterschiedlich ausfallen. Während man bei einem Einfamilienhaus mit Kosten in Höhe von mindestens 9.000 Euro rechnen muss, sind die Kosten bei Mehrfamilienhäusern in der Regel von der Größe des Gebäudes sowie der Anzahl der zu versorgenden Wohneinheiten abhängig und können bei bis zu 20.000 Euro liegen. Wird zusätzlich ein neuer Gasanschluss verbaut oder der Öltank entsorgt, können die Kosten deutlich steigen.    

Ölheizung umrüsten und gleichzeitig die Umwelt schonen

Ölheizung umrüsten und etwas gutes für die Umwelt tun.

Wer seine Ölheizung auf Gas umrüstet, profitiert nicht nur von staatlichen Förderungen, sondern tut gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes. Ölheizungen basieren prinzipiell auf dem Betrieb mit fossilen Brennstoffen und weisen gegenüber einer Gasheizung eine um einiges schlechtere Umweltbilanz auf. Vor allem sehr alte Ölheizungen belasten die Umwelt und sollten umgerüstet werden. Um die schädliche Belastung durch Ölheizungen weitestgehend einzugrenzen, hat die Bundesregierung dementsprechend im Klimapaket geregelt, dass ab 2026 keine Ölheizungen (mit wenigen Ausnahmen) mehr verkauft oder verbaut werden dürfen.

Bereits durch das Umrüsten einer Heizung von Öl auf Gas mit einer Brennwertheizung können die CO2 Emissionen nachhaltig reduziert und eine bessere Umweltbilanz erreicht werden. Kombinieren Sie Ihre Gasheizung zusätzlich mit Solarthermie (beispielsweise einer Solaranlage auf dem Dach), können Sie Ihren Anteil am Klimaschutz erhöhen und tun nicht nur sich, sondern auch der Natur etwas Gutes.

Ölheizung auf Gas umrüsten – Von diesen Förderungen können Sie profitieren

Energieeffizienz, Umwelt, Kostenersparnisse – es gibt so einige Gründe, eine Heizung von Öl auf Gas umzurüsten. Um die Umrüstung von Ölheizungen auf erneuerbare Wärme effektiv zu fördern, unterstützt der Staat Sie als Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer oder Vermieterinnen und Vermieter zusätzlich mit Förderungen und Förderprogrammen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Umbau einer alten Ölheizung mit hohen Zuschüssen, sofern erneuerbare Energien zumindest teilweise genutzt werden. In Neubauten werden Solaranlagen mit 30 Prozent und Wärmepumpenanlagen mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert, sofern sie den technischen Mindestanforderungen entsprechen. In bestehenden Gebäuden gelten folgende Förderungen:

  • Solarthermie: Förderung bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Biomassenanlagen: Förderung bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Effiziente Wärmepumpenanlagen: Förderung bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Hybridheizungen: Förderung bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten bei EE-Hybridheizungen und bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten bei Gas-Hybridheizungen
  • Gas-Brennwertheizungen: Förderung bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Austauschprämie für Ölheizungen: Wird eine Ölheizung durch eine förderfähige Hybridheizung, Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage ersetzt, erhöht sich der Fördersatz um weitere 10 Prozent.

Die Höhe der Fördermittel wird als Prozentsatz der tatsächlich angefallenen qualifizierten Kosten für den Ersatz oder die Erweiterung der Heizungsanlage berechnet.

Weitere Alternativen zur Umrüstung einer Ölheizung

Eine Gasheizung-Heizkörper-Icon symbolisiert eine Alternative, um eine alte Ölheizung umzurüsten.

Wer seine alte Ölheizung erneuern möchte, dem bietet sich nicht nur die Möglichkeit einer Gasheizung. Diese weiteren Alternativen können Sie beim Umbau einer Ölheizung in Betracht ziehen:

  • Gas-Brennwertheizung: Gas-Brennwertheizungen verursachen zwar in der Anschaffung etwas höhere Kosten als herkömmliche Gasheizungen, erzielen hingegen auch einen höheren Wirkungsgrad. Ähnlich wie in einem Heizkessel werden auch in einem Brennwertkessel Energieträger in Form von Erdgas oder Flüssiggas verbrannt, um mit Hilfe der freigesetzten Wärme das Heizungswasser zu erhitzen.
  • Pelletheizung: Eine Pelletheizung besitzt die Funktion, Holzpresslinge in einem Heizkessel zu vergasen und somit daraus Energie und Wärme zu gewinnen.
  • Wärmepumpe: Durch das Heizen mit einer Wärmepumpe sparen Sie aufgrund der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und schwankenden Heizölpreisen nicht nur Energiekosten – Sie tun auch der Umwelt etwas Gutes. Dank einer Wärmepumpe kann die Umweltwärme aus dem Erdreich, Grundwasser oder der Luft frei und unbegrenzt genutzt und entzogen werden. Mit Hilfe eines Kältekreislaufs kann zudem ein höheres Temperaturniveau erreicht werden, welches dem Heizen im Innenraum dient.

Fazit: Weshalb Sie jetzt Ihre Ölheizung umrüsten sollten

Ganz egal, zu welcher Heizung Sie Ihre Ölheizung umrüsten: Der Umbau einer alten Ölheizung kann sich in vieler Hinsicht lohnen. Dabei profitieren Sie nicht nur von einer besseren Umweltbilanz oder geringen Anschaffungskosten:  Wer von Öl auf Gas umrüstet, spart unter anderem Kosten für den Betrieb der Heizungsanlage und senkt langfristig die eigenen Energiekosten.

Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sowie Vermieterinnen und Vermieter können zusätzlich im Rahmen des BAFA-Förderungsprogramms von staatlichen Förderungen profitieren und im besten Fall fast die Hälfte der Modernisierungskosten über Fördermittel finanzieren.

Auch wenn Ölheizungen bis Ende 2025 weiterhin verbaut und in Betrieb genommen werden dürfen, kann sich der Umbau einer Ölheizung auf ein energieeffizienteres und umweltfreundlicheres Heizsystem sowohl für Sie als auch für die Natur langfristig lohnen.