Förderung von Gasheizungen

Förderung durch BAFA und KfW

Das Heizen mit Erdgas ist nach wie vor eine der beliebtesten Heiztechniken. Nicht zuletzt auch wegen der im Vergleich zu anderen Heizungsanlagen niedrigen Anschaffungskosten. Dennoch ist sowohl die Erneuerung als auch der Neukauf einer Gasheizung mit nicht zu unterschätzenden Kosten verbunden. Plant man eine neue Gasheizung, kommt einem der Staat und einzelne Institute mittels Förderungen entgegen. Sowohl das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als auch die Förderbank KfW bieten verschiedene Anträge und Förderprogramme für Gasheizungen an. Die Voraussetzungen für den Erhalt der Fördermittel sind, dass die Erneuerte oder die neu eingebaute Gasheizung umweltfreundliche Aspekte erfüllt und damit eine Verbesserung gegenüber der alten Heizung gegeben ist.

Welche Aspekte bei der Förderung einer Gasheizung erfüllt sein müssen, was Sie im Vorfeld beachten sollten und wie Sie den Antrag beim BAFA und der KfW einreichen, erklären wir Ihnen in diesem Ratgeber. Nähere Produktinformationen zu Gas im Saarland finden Sie auf unserer Produktseite.

 

Staatliche Förderung für Gasheizungen

Ein teures Unterfangen wie der Kauf einer Heizung wird oft lang herausgezögert. Selbst wenn die alte Heizung nicht mehr einwandfrei funktioniert, wird sie noch genutzt, um die hohen Investitionskosten noch eine Zeit lang zu umgehen. Doch seit 2020 bietet der Staat höhere Förderungen, wenn die alte Gasheizung ausgetauscht wird.  

Durch das Klimapaket 2020 der Bundesregierung werden Hausbesitzer bei einer energetischen Sanierung durch Fördermittel unterstützt. Darunter fällt auch die Erneuerung einer Gasheizung. Im Jahr 2019 wurden auch noch für den Einbau von Gasbrennwertheizungen Fördermittel, Zuschüsse und günstige Kredite vergeben. Seit 2020 erhalten diese Heizungsanlagen, wenn sie ohne erneuerbare Energien betrieben werden, kaum noch Förderungen. Lediglich die Lohnkosten für die Montage der Anlage können steuerlich geltend gemacht werden.

Grundsätzlich unterstützt das BAFA und die KfW neue Gasheizungen durch Förderungen. Grundvoraussetzung für die Förderung ist der Einsatz von erneuerbaren Energien. Das BAFA gewährt Zuschüsse zu „Renewable Ready“- und Gas-Hybridheizungen. Die KfW unterstützt durch die Kredit-Förderprogramme 151, 152 und 167.

 

Gasheizung – Förderung durch das BAFA

Um Förderungen für eine Gasheizung von dem BAFA erhalten, muss die Heizung über eine Brennwerttechnik verfügen. Diese Brennwertheizungen berücksichtigen im Gegensatz zur Heizwerttechnik auch die Wärme, die durch das Abkühlen des Abgases gewonnen werden kann. Zusätzlich muss die Gasheizung mindestens einen Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien vorweisen. Dazu zählen Wärmepumpen, Solarthermie oder auch Biogas-Anlagen. Das BAFA unterscheidet zwischen zwei förderfähigen, mit Gas betriebenen Heizungsanlagen, der „Renewable Ready“- und der Gas-Hybridheizungen.

 

Die Grafik zeigt, wie hoch die Zuschüsse des BAFAs für die jeweiligen Heizungsanlagen sind und bei welchen Heizungstypen ein Aufschlag durch die Austauschprämie möglich ist.

Förderung für Gas-Hybridheizungen

Gas-Hybridheizungen kombinieren eine neue Gasheizung mit einem oder mehreren Komponenten zur thermischen Nutzung von erneuerbaren Energien. Werden alle technischen Anforderungen an die neue Gasheizung erfüllt, kann mit einer Förderung von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten gerechnet werden.

Folgende technische Voraussetzungen müssen für die Förderung erfüllt sein:

  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz muss mind. 92 % bei Nennleistung erreichen
  • Die Wärmeerzeuger müssen über eine gemeinsame oder übergeordnete Regelung betrieben werden
  • Die thermische Leistung der regenerativen Wärmeerzeuger muss mind. 25 % der Heizlast betragen
  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage

Wird Solarthermie als regenerativer Wärmeerzeugergenutzt, muss diese nach den Richtlinien förderfähig sein. Bei Biomasse- und Wärmepumpenanlagen müssen diese durch ein akkreditiertes Prüfinstitut getestet werden. Allgemein ist die Gas-Hybridheizung nur im Gebäudebestand förderfähig. Das bedeutet die Förderung ist nur für Bestandsgebäude. Bei einem Neubau erhalten Sie von der BAFA keine Fördermittel für Gasheizungen. 

 

Förderung für „Renewable Ready“ Gasheizungen

Durch die „Renewable Ready“ Gasheizung gewährt das BAFA dem Verbraucher eine Frist. Renewable Ready bedeutet, dass bei einer Gas-Hybridheizung vorerst nur der Gasbrennwertkassel installiert wird. Die Maßnahme zur thermischen Nutzung aus erneuerbaren Energien können nachträglich eingebaut werden. Die Erweiterung muss jedoch binnen zwei Jahren realisiert werden. Dann gelten die gleichen Anforderungen für die Gas-Hybridheizung. Allerdings erhält die Gasheizung hier nur eine Förderung von 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

Folgende Aspekte sollten bedacht werden:

  • Hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechniken sollten bereits verbaut werden
  • Den Maßnahmen sollte das geplante Konzept mit allen technischen Voraussetzungen vorliegen
  • Bei Wohngebäuden muss ein Speicher installiert werden
  • Die Erweiterung muss innerhalb von 2 Jahren umgesetzt werden

 

Zusätzliche Förderung durch den Austausch von Ölheizungen

Wird die Gas-Hybridheizung als Austausch für eine Ölheizung eingebaut, bietet das BAFA sogar 10 Prozent mehr Förderung für die neue, modernisierte Gasheizung an. Diese zusätzliche Förderung kann jedoch nur geltend gemacht werden, wenn die Ölheizung nicht die Energieeinsparverordnung (EnEV) § 10 fällt. Das bedeutet, ist die Ölheizung zu alt und fällt bereits unter die Austauschpflicht, entfallen die zusätzlichen 10 % für die Förderung einer Erdgasheizung. Die Austauschprämie gilt nicht für „Renewable Ready“ Gasheizungen.

BAFA Förderprogramm für Gasheizungen beantragen

Um den Antrag zur Förderung von Gasheizungen beim BAFA zu beantragen, müssen einige Formulare ausgefüllt werden.

Schritt-für-Schritt Anleitung zur Antragsstellung:

  1. Lassen Sie einen Kostenvoranschlag für Ihre neue Heizung erstellen

  2. Vor dem Vertragsabschluss und dem Leistungsbezug muss das elektronische Antragsformular auf der BAFA Internetseite ausgefüllt werden.

  3. Zuwendungsbescheid vom BAFA erhalten

  4. Einbauarbeiten der Gasheizung abschließen

  5. Online-Verwendungsnachweisformular auf der BAFA Seite ausfüllen

Sie planen eine neue Gasheizung zu installieren? Gerne beraten wir Sie zu unseren Erdgas-Tarifen!

 

Gasheizung – Förderung durch die KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zwei Förderprogrammen zum Kauf und zur Erneuerung von Gasheizungen. Die KfW unterstützt energieeffiziente Sanierungen mit Krediten zu günstigen Sollzinsen. Zur Förderung von Gasheizungen kommen die Programme „Energieeffizient Sanieren - Kredit“ (Kredit: 151, 152) und „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ (Kredit: 167) infrage.

 

Energieeffizient Sanieren

Der „Energieeffizient Sanieren“-Kredit fördert Sanierungen in Bestandshäusern, deren Bauantrag vor 2002 gestellt wurde. Darunter fällt auch die Optimierung von Heizungsanlagen, die älter als zwei Jahre sind.

Wird Ihre Gasheizung mit erneuerbaren Energien betrieben oder verfügt über zusätzlichen Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien, unterstützt die KfW das Vorhaben mit einem Kredit bis zu 50.000 Euro zu einem Sollzins von 0,75 Prozent. Es besteht die Möglichkeit, einen Tilgungszuschuss in Anspruch zu nehmen, dieser reduziert das Darlehen und verkürzt die Laufzeit. Bei der Förderung einer Gasheizung kann ein Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent die zurück zu zahlende Finanzierungssumme spürbar reduzieren.

Folgende Maßnahmen sind bei der Optimierung durchzuführen:

  • Eine Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustands
  • Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs
  • Die Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am gesamten Heizsystem

 

KfW Ergänzungskredit

Der Ergänzungskredit der KfW Bank ist ein zusätzlicher Kredit zur BAFA Förderung für Gasheizungen. Gefördert werden der Ersatz bzw. die Umrüstung von Heizungsanlagen, die mindestens zwei Jahre alt sind. Dieser Kredit kann nur in Anspruch genommen werden, wenn alle Voraussetzungen des BAFAs an die Gasheizung erfüllt sind. Das heißt, es muss sich um eine Brennwertheizung handeln und ein hybrides System auf Basis erneuerbarer Energien sollte verbaut sein.

Zusätzliche zu der Förderung der BAFA gewährt die KfW einen Kredit in Höhe von 50.000 Euro zu einem Jahreszins von 0,78 Prozent. So müssen die Investitionskosten der Heizungsanlage nicht im Gesamten bezahlt werden. Allerdings darf die Summe aus dem KfW-Kredit und dem BAFA-Zuschuss für die Gasheizung die förderfähigen Kosten von 50.000 Euro nicht übersteigen.

Zu den förderfähigen Kosten zählen:

  • fachgerechte Durchführung der energetischen Sanierung
  • Beratungs- und Planungsdienstleistungskosten
  • Baubegleitungsmaßnahmen 

KfW Förderprogramm beantragen

Um das Förderprogramm 167 der KfW für Gasheizungen zu beantragen, sollte auch der BAFA-Zuschuss beantragt werden. Diese Kombination ist empfehlenswert, jedoch keine Bedingung. Vor der Erneuerung sollte ein freiwählbarer Finanzierungspartner aufgesucht werden, dieser beantragt im Anschluss den Kredit. Nach der Zusage der Finanzierung können die Sanierungen beginnen.

Die Förderprogramme 151 und 152 werden ähnlich beantragt, hier ist allerdings die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten eine weitere Voraussetzung für die Förderung. Um den Tilgungszuschuss zu erhalten, muss der Experte nach der Sanierung eine Bestätigung ausstellen. Nach einer Prüfung wird der Tilgungszuschuss gutgeschrieben.

 

Förderungen für Gasheizungen – Fazit

Überlegen Sie, eine neue Gasheizung zu installieren, ist die Kombination aus den Förderungen des BAFAs und des KfW-Ergänzungskredits empfehlenswert. Die Förderzuschüsse des BAFA minimieren die Investitionskosten und durch den KFW Kredit muss nicht jahrelang für die Sanierung gespart werden. Erfahren Sie in unseren weiteren Ratgebern zum Thema Erdgas, welche Gasarten es gibt und wie Sie Gasgeruch erkennen.