Blockheizkraftwerk Kosten

Wie viel kostet die KWK-Anlage für Zuhause?

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) dient zur Erzeugung von Strom und Wärme und funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Bei der KWK wird die Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, nicht an die Umwelt abgegeben, sondern weiterverwendet. Beim BHKW wird die Wärme durch Wärmeübertrager in den Wärmespeicher weitergeleitet. Mit Hilfe von Brennstoff oder einer chemischen Reaktion wird ein Generator zur Erzeugung von Strom in Blockheizkraftwerken angetrieben. Die KWK-Anlagen gibt es auch in kleinen Größen mit elektrischen Leistungen bis 50 Kilowatt, sodass sie für den privaten Gebrauch in Ein- oder Mehrfamilienhäusern genutzt werden. Dort können die Anlagen dazu beitragen Geld und CO2-Emmissionen einzusparen. Allerdings muss vor der Anschaffung eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt werden, denn die Investition in ein BHKW lohnt sich nicht in jedem Haushalt.

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Was kostet ein Blockheizkraftwerk?

In Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern werden in der Regel Nano- oder Mikro-Blockheizkraftwerke eingesetzt. Nano-BHKWs arbeiten mit einer elektrischen Leistung von bis zu 2,5 Kilowatt, während Mikro-BHKWs über eine Leistung von 2,5 bis 10 Kilowatt verfügen.

Die reinen Anschaffungskosten der Blockheizkraftwerke für Ein- und Mehrfamilienhäuser liegen zwischen 10.000 und 30.000 Euro. Der genaue Preis für die Anlage ist abhängig von der Größe, dem Hersteller, der Qualität und der Ausführung. Der Preis für Mini-Blockheizkraftwerke, die beispielsweise in Hotels oder Wohnanlagen eingesetzt werden, liegt etwa 10000 bis 20000 Euro über den Kosten für die Anlagen in Mehrfamilienhäusern.

Im industriellen Bereich landet der Preis auch schnell im sechsstelligen Bereich. Prinzipiell gilt: eine höhere elektrische Leistung führt zu einer größeren Anlage, die im Anschaffungspreis entsprechend teurer ist. Allerdings ist der Betrieb von größeren Blockheizkraftwerken günstiger. Denn mit der Größe der KWK-Anlage sinken die Kosten pro Kilowatt produzierter elektrischer Leistung. Je mehr Strom ein BHKW also erzeugt, desto geringer sind die Investitionskosten pro Kilowatt elektrischer Leistung. Wer sich als Verbraucher ein BHKW anschafft, macht sich unabhängig von Stromanbietern und entgeht immer steigenden Strompreisen.

 

Wie werden die Kosten eines BHKW durch die Größe und die Verwendung des Stroms beeinflusst?

Ein kleines BHKW lohnt sich und arbeitet wirtschaftlich, wenn das ganze Jahr lang ein relativ hoher Wärmebedarf besteht. Die KWK-Anlage sollte mindestens 5500 Betriebsstunden, also etwa 2/3 des Jahres, laufen. Deshalb ist es rentabler, sich ein kleines BHKW mit hohen Laufzeiten anzuschaffen, als ein großes, welches viele Ruhezeiten hat. Damit die Wirtschaftlichkeitsrechnung möglichst positiv ausfällt, sollte der Strom selbst genutzt werden und nicht in das öffentliche Netz eingespeist werden. In Mehrfamilienhäusern kann dies allerdings zu Problemen führen. Laut Gesetz darf man sich den Stromanbieter frei aussuchen. Als Bewohner eines Mehrfamilienhauses mit BHKW ist man somit nicht gezwungen den BHKW Strom zu nutzen. Entscheiden sich andere Parteien im Haus gegen den Strom aus der KWK-Anlage, wird die Wirtschaftlichkeit des Blockheizkraftwerkes stark beeinträchtigt.

 

Expertenrat zur Einschätzung der Gesamtkosten

 

Zu sehen ist ein Pärchen, welches von einem Mann beraten wird. Der Berater hält Block und Stift in der Hand und zeigt dem Pärchen etwas.

Bei der Berechnung, ob sich die Investition in ein Blockheizkraftwerk rentiert, sind nicht nur die Anschaffungskosten ausschlaggebend, sondern die kompletten Kosten, die für das Installieren und die Inbetriebnahme der Anlage anfallen. Dazu zählen u. a.:

  • Anschlusskosten für Strom und Wasser
  • Integration in den Heizkreislauf
  • Kosten für zusätzliche Komponenten (z. B. Pufferspeicher)

Die genauen Kosten dafür hängen von verschiedenen Faktoren ab und sind für Laien nur schwer einzuschätzen. Deshalb empfiehlt es sich einen Energieberater zu kontaktieren. Der Experte kann Sie bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung unterstützen und einschätzen, welche Größe ein Blockheizkraftwerk für Ihr Ein- oder Mehrfamilienhaus haben sollte. Außerdem kann er besser einschätzen, wie viele Betriebsstunden die Anlage laufen muss und welche Anschlussarbeiten, sowie Betriebskosten für das BHKW fällig werden. Bei weiteren Fragen rund um das Thema Strom im Saarland stehen wir Ihnen gerne unterstützend zur Seite.

 

Laufende Kosten eines Blockheizkraftwerkes

Neben den Kosten zur Anschaffung eines Blockheizkraftwerkes für Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser, fallen natürlich auch laufende Kosten an. Dazu zählen Kosten für den Brennstoff, Wartungskosten und Kosten für die Instandhaltung und Bedienung eines BHKW.

 

Kosten für den Brennstoff

Die Kosten für den Brennstoff sind die höchsten laufenden Kosten eines BHKW. Der genaue Verbrauch hängt vom Motor und der elektrischen Leistung, sowie der Art des Brennstoffes ab.

Vergleich der Kosten verschiedener Brennstoffe für Blockheizkraftwerke:

Erdgas

Heizöl

Pellets, Biogas, Rapsöl

Günstig, da es keinen Lagerraum benötigt

Vergleichsweise hoher Preis

Bislang günstig

Bei Preisänderungen kann der Lieferant gewechselt werden

Benötigt häufige Wartungen

Einspeisevergütung über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Wenige Wartungsarbeiten und lange Lebensdauer

Motor muss schneller überholt werden als bei Erdgas

 

Vergütung über das KWK-Gesetz

Vergütung über das KWK-Gesetz

 

 

Wartungskosten BHKW

Bei Blockheizkraftwerken sind alle 2000 bis 4000 Stunden Wartungen durch einen Fachmann notwendig. Die Wartungskosten für ein kleines BHKW liegen zwischen 2 bis 3 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Bei größeren KWK-Anlagen mit mehr Leistung können die Kosten für die Wartung sogar unter 1 Cent fallen und nur 0,75 Cent pro kWh betragen. Empfehlenswert ist es, direkt bei der Anschaffung der Anlage einen Wartungsvertrag mit dem Hersteller abzuschließen, indem feste Kosten pro Kilowattstunde abgemacht sind. Ein solcher Wartungsvertrag ist häufig auch eine Voraussetzung für die finanzielle Förderung eines BHKW.

 

BHKW Förderung

 

Auf dem Bild ist eine Familie mit einem Kind zu sehen. Der Vater hilft der Tochter Münzen in ein Sparschwein zu werfen.

Zur Senkung der Kosten eines Blockheizkraftwerkes gibt es verschiedene Möglichkeiten der Förderung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für energetische Bauvorhaben. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt bei der Anschaffung eines BHKW mit der KWK Förderung. Über das KWK-Gesetz bzw. das EEG wird zudem der produzierte Strom vergütet.

 

Blockheizkraftwerk Fördermittel der KfW

Die KfW unterstützt die Anschaffung von KWK-Anlagen mit zinsgünstigen Krediten. Zu beachten ist dabei, dass der Antrag vor dem Kauf der Anlage gestellt werden muss. Besonders interessant zur Senkung der Kosten eines BHKW sind folgende Fördermittel:

 

Zuschlag durch das KWK-Gesetz

Für Strom, den man mit einem BHKW erzeugt, erhält man nach dem KWK-Gesetz eine Vergütung. Dazu sind drei Komponenten von Bedeutung:

1. Vergütung des marktüblichen Strompreises                                                               

Wenn man den, durch das BHKW, erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeist, kann man mit dem Netzbetreiber einen Preis aushandeln, den der eingespeiste Strom wert ist. Findet keine Preisverhandlung statt gilt der übliche Preis der Leipziger Strombörse.

2. KWK Zuschlag                                                                                                         

Unabhängig davon, ob der Strom selbst genutzt wird oder in das Netz eingespeist wird, wird für jede Kilowattstunde ein Zuschlag bezahlt. Die Höhe ist dabei von der elektrischen Leistung der Anlage und der Verwendung des Stroms abhängig. Bei Blockheizkraftwerken bis maximal 50 Kilowatt, wie sie in der privaten Nutzung üblich sind, erhält man 8 Cent pro kWh bei eingespeistem Strom bzw. 4 Cent pro kWh bei Eigennutzung des Stroms.

3. Vergütung der wegfallenden Netzkosten                                                                             

Da der Strom bei einem BHKW in unmittelbarer Nähe des Verbrauchers erzeugt wird, entfallen lange Transportwege. Die dadurch entfallenden Netzkosten erstatten Netzbetreiber mit 0,1 bis 2 Cent pro kWh.

Sonstige Mittel zur Förderung eines Blockheizkraftwerk

Wer ein BHKW mit Biomasse in Betrieb hat, kann sich alternativ zum KWK-Zuschlag auch die Einspeisevergütung nach dem EEG sichern. Diese Vergütung gilt für KWK-Anlagen bis 500 Kilowatt elektrischer Leistung und wird garantiert für 20 Jahre gezahlt. Wie hoch die Einspeisevergütung ausfällt, ist abhängig von der Leistung und der verwendeten Biomasse des Kraftwerks.

Auch das BAFA bietet eine finanzielle Förderung für die Anschaffung von KWK-Anlagen an. Allerdings läuft diese zum 31.12.2020 aus. Danach können keine neuen Anträge mehr gestellt werden. Von dem BAFA erhält man einen einmaligen Investitionszuschuss für die Anschaffung eines neuen BHKW bis 20 kW Leistung in bestehenden Gebäuden.