Deutschlands Gasversorgung hängt besonders von Gaslieferungen aus Russland ab. Durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine droht Deutschland nun eine Gasmangellage. Warum? Russland hat auf Wirtschaftssanktionen des Westens die Gaslieferungen über Nordstream 1 um 80 Prozent aufgrund von Wartungen einseitig eingeschränkt. Zuvor wurde die Inbetriebnahme der Nordstream 2 Pipeline durch Gazprom von der Bundesregierung gestoppt. Deshalb hat sich Gas auf den Terminmärkten um 1.000 Prozent verteuert.
In diesem Beitrag erfahren Sie, was der aktuelle Gasmangel für Verbraucher bedeutet und welche Maßnahmen die Bundesregierung erarbeitet hat, um einen Gasmangel in Deutschland zu verhindern.
Inhaltsverzeichnis
Die Bundesregierung hat gleich zu Beginn einer drohenden Gasmangellage zügig Maßnahmen ergriffen und Gaslieferungen aus Norwegen mobilisiert. In Reserve gehaltene Steinkohlekraftwerke wurden reaktiviert, um die Energieversorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig hat die Bundesregierung den Notfallplan Gas ausgerufen. Das erste und wichtigste Ziel: Deutschlands Gasspeicher sollten bis September 2022 zu 75 Prozent mit Erdgas aufgefüllt sein, um die Energieversorgung auch im kommenden Winter zu gewährleisten. Dieses Ziel wurde laut Bundesnetzagentur nun bereits im August erreicht. Aktuell ist deshalb die Gasversorgung in Deutschland laut Bundeswirtschaftsminister Habeck gesichert. Die Lage der Energieversorgung bleibt aber ernst. Für den kommenden Winter sollen deshalb weitere Maßnahmen, wie der Notfallplan Gas, die einen Gasmangel in Deutschland verhindern. Eine wichtige Maßnahme, einen drohenden Gasmangel zu bewältigen, ist die Einigung der EU, Erdgas um 15 Prozent einzusparen. Die Gasmangellage betrifft zudem nicht nur die Wirtschaft, sondern alle Verbraucher. Eine Kampagne der Bundesregierung soll deshalb Verbraucher zum Energiesparen motivieren.
Aktuell ist die Versorgung mit Erdgas in Deutschland weiterhin gewährleistet. Sollte es zu einem kompletten Stopp von Gaslieferungen aus Russlands Pipelines kommen, müsste über die Stufe 3 des Notfallplan Gas einberufen werden.
Bei einer drohenden Gasmangellage regelt der Notfallplan Gas das Vorgehen in Deutschland nach dem Energiesicherungsgesetz. Im Notfallplan Gas gibt es drei Stufen: die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe.
Die Befugnis zur Ausrufung des Notfallplan Gas durch die Bundesregierung ist im Energiesicherungsgesetz definiert (§ 26 EnSiG). Ziel des Notfallplans ist die Aufrechterhaltung der Lieferketten von Gas. Bei einem potentiellen Mangel soll die Energieversorgung mit Gas so lange wie möglich gesichert werden. Mit der Gaspreis-Anpassungsverordnung hat die Bundesregierung Regelungen erlassen, wonach Unternehmen zur Gasversorgung Mehrkosten für Ersatzbeschaffungen erstattet bekommen. In der aktuell ausgerufenen Alarmstufe müssen Gasversorger in Eigenregie versuchen, die Marktsituation zu entspannen. In der aktuellen Alarmstufe werden folgende Maßnahmen zur Bewältigung des Gasmangels durch die Gasversorgungsunternehmen ergriffen:
Die Ausrufung der Alarmstufe im Notfallplan Gas ändert für Verbraucher im Augenblick nichts. Alle bekommen die Menge an Gas, die sie benötigen. Dennoch sollten auch private Haushalte eigene Maßnahmen ergreifen, die zu einem geringeren Verbrauch von Strom und Gas führen. Mit der Notfallstufe lassen sich nicht nur ein potenzieller Gasmangel in einem kalten und langen Winter vermeiden. Jeder eingesparte Kubikmeter Gas spart jedem Haushalt bares Geld und schont die Umwelt. Verbraucher sollten aber schon allein deshalb Energiesparen, weil der aktuelle Mangel an Gas die Energieversorgung insgesamt teurer macht.
Die Mehrkosten für Gas sollen gerecht über eine Gasbeschaffungsumlage auf alle Verbraucher verteilt werden. Wie hoch diese sein wird, können im Augenblick weder die Bundesregierung noch die Bundesnetzagentur einschätzen, da auch eine Gasspeicherumlage die Gaspreise beeinflussen wird.
Erst wenn die Bundesregierung die dritte Stufe des Notfallplan Gas erklärt, kommt es auch zu einer Aufforderung, den Verbrauch von Erdgas einzuschränken. Im Rahmen dieser Notfallstufe werden auch technische Maßnahmen an den Gasnetzen und Pipelines durchgeführt. In diesem Szenario sind in erster Linie Unternehmen dazu aufgefordert, Gas und Strom einzusparen. Obwohl für private Haushalte die Gasversorgung so lange wie möglich gesichert ist, sollen auch diese mithelfen, die Gasmangel-Situation zu lindern.
Jede im Sommer eingesparte Kilowattstunde Gas hilft einen drohenden Gasmangel im Winter besser zu bewältigen. Jeder einzelne Haushalt kann deshalb zum Energiesparen beitragen. Dabei zählen auch diese kleinen, alltäglichen Maßnahmen, um Gas zu sparen:
Die Gasversorgung privater Haushalte ist auch bei einem Gasmangel gesichert. Zu den geschützten Verbrauchern von Gas gehören zudem soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäuser, Seniorenheime, oder Kindergärten. Auch die Gaskraftwerke sind gesetzlich geschützte Verbraucher. Die Energieversorgung von Haushalten soll in allen Szenarien so lange wie möglich gesichert sein.
Die Ausrufung der aktuellen Alarmstufe des Notfallplans ist ein Signal an alle privaten Haushalte, den Verbrauch von Strom und Gas vorsorglich zu reduzieren. Die Bundesregierung geht mit gutem Beispiel voran und verbessert laut Wirtschaftsminister Habeck die Rahmenbedingungen für eine effizientere Nutzung von Energie. Zudem reduziert sie auch selbst den Verbrauch von Gas und Strom. Für sämtliche öffentlichen Gebäude in Deutschland wurden Maßnahmen getroffen, Energie einzusparen.
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